Ein Nachruf an unseren Ehrendirigenten

Oggenhausen. Am Rosenmontag starb nach langer Krankheit im Alter von 87 Jahren der Ehrendirigent des Musikvereins „Frohsinn“ Oggenhausen: Martin Barthelmes. Noch bis zuletzt nahm er regen Anteil an dem Geschehen im Dorf wie im Musikverein, zu dessen Gründer er zusammen mit seinem Vater Fritz im Jahr 1953 gehörte. 55 Bürger hatten sich damals eingefunden, um einen Musikverein ins Leben zu rufen. Über viele Jahre firmierte der Verein auch als „Bayernland Musikanten“ und war beliebt weit über die Kreisgrenzen hinaus.
Die Familie Erna und Fritz Barthelmes, Sohn Martin war gerade sieben Jahre jung, wurde 1945 wie viele Zeissianer und Mitarbeiter der Firma Walther durch die Alliierten aus Thüringen in den Westen evakuiert und betrieb bis zum Ruhestand in Oggenhausen die Fabrikation von Sportwaffen. Dort waren in Spitzenzeiten 25 Frauen und zwei Männer beschäftigt.
Martin Barthelmes wollte eigentlich aufs Konservatorium und Musik studieren, wurde aber im elterlichen Betrieb gebraucht. Und doch lernte er das Tuba-Spiel. Mit seinem Akkordeon war er viel unterwegs. Mit dem Instrument auf dem Rücken fuhr er bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad in die Dörfer, um dort Tanzmusik zu machen.
Sein musikalisches Talent wurde vielfach erkannt und so musste/durfte er schon 1957 vor der Oggenhauser Kapelle stehen und den Takt schlagen. Das Diplom als Dirigent erwarb er nach dem Studium in Heidelberg im Jahre 1961. Im benachbarten Dischingen war beim Musikverein gerade kein Dirigent vorhanden. Der Oggenhauser trat als Orchesterleiter in der jungen Pfalz an und blieb drei Jahre. 1963 kehrte er nach Oggenhausen zurück und wurde für zehn Jahre musikalischer Leiter. Der frühe Tod des Vaters verlangte den vorrangigen Einsatz im elterlichen Betrieb und eine Auszeit als Dirigent. 1975 bis 1981 ließ er sich noch einmal beim „Frohsinn“ in die Pflicht nehmen.
Der Kreisblasmusikverband verliert mit Martin Barthelmes einen in der Verbandsgeschichte bestens orientierten Menschen. Er erzählte oft, wie einst aus dem Musikerbund Kocher-Brenz der Kreisverband Heidenheim wurde. Dem Verband gehörte er von 1969 bis 1973 als Beisitzer an. Ihm und den Mitgliedsvereinen diente der jetzt Verstorbene von 1973 bis 1981 als Kreisdirigent und bildete 21 Dirigenten aus. Sowohl der Musikverein wie der Kreisblasmusikverband ernannten Martin Barthelmes zu ihrem Ehrendirigenten und dankten ihm für vorbildlichen wie beispielhaften Dienst an der Musik.
Einer seiner Lieblingsmärsche ist der „Burgenländer Musikantenmarsch“. Barthelmes ist Träger zahlreicher hoher Auszeichnungen in Gold sowohl des Burgenlands als auch des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg.
Die herzliche Anteilnahme gilt seiner Frau Frida, mit der er 56 Jahre verheiratet war.
